Beckmessers Leberbaum

Endgültigkeiten im Theater – es gibt sie nicht, man mag sie noch so oft ausrufen. Selbst Aristoteles, der dies eigenartige Wesen Theater kühlen Blicks in seiner »Poetik« untersucht hat, ist es nicht gelungen, es per definitionem festzustellen – worüber eben ein Beitrag im jetzt vorliegenden neuen Band versucht, Auskunft zu geben. Das Theater der Antike ist allerdings geschliffen und stark genug, unserer eigenen Zeit den Spiegel vorzuhalten, sodass ihr Gesicht erkennbar wird: sei es die »Medea« des Euripides, seien es die thebanischen Tragödien des Aischylos und Sophokles. Ihre Kraft der Prägung und Entfaltung haben sie durch wechselnde Epochen der Geistesgeschichte immer wieder bewiesen, auch wenn in Georg Heyms Dramen und Entwürfen Tendenzen einer neuen Zeit fassbar werden.

Kein Wunder also, dass Alexander Gruber seiner theatralischen Denklust weiterhin frönt und sich sogar auf das Glatteis einer Wagner-Oper begibt – woher der Titel dieses neuen Bandes rührt.

Doch zuvor wird Lessing, der zugleich Bescheidene und Geistesmächtige, in den Blick genommen, Halévys »Jüdin« kommentiert und die schwarze Komödie »Arsen und Spitzenhäubchen« vergnüglich gemustert.

Beckmessers Leberbaum Essay
Beiträge zur theatralischen Denklust
Band IV
186 Seiten , PB, Euro 14,80
ISBN: 978-3-86532-118-3
Auch als eBook erhältlich.
LIEFERBAR

Alexander Gruber

Alexander Gruber wurde 1937 in Württemberg geboren. Seit 1967 arbeitete er zunächst als Lektor und Dramaturg beim S. Fischer Verlag. Später ging er als Chefdramaturg an die Bühnen der Stadt Bielefeld. Er ist erfolgreicher Theaterautor, unter anderem vieler Kinderstücke, und hat zahlreiche englische und französische Dramen, darunter viele Opernlibretti, übersetzt und bearbeitet. www.alexandergruber-autor.de

Autorenfoto: © Heiner Bruns

 Alexander Gruber