Pendragon Verlag
Hertha Koenig bei Pendragon
Vita & Werke
Interpretationen
Weggefährten
Hertha Koenig - Ausstellung
Hertha Koenig - Gesellschaft
Hertha Koenig - Archiv
Presse, Links & Impressum
Startseite
24.10.1884
Hertha Koenig wird als erstes von zwei Kindern des Gutsbesitzers Carl Koenig und dessen Ehefrau Julie Koenig, geb. Helfferich, auf Gut Böckel geboren.

ab 1898
Besuch der höheren Töchterschule in Bonn.

ab 1901
Ausbildung zur Krankenschwester in Freiburg.

1903
Tod des Großvaters Leopold Koenig, genannt der „Zuckerkönig von Russland“. Er begründete den Reichtum der Familie. In Deutschland gehörte ihm u.a. die Villa Hammerschmidt. Sein Sohn Alexander Koenig gründete das Museum Koenig in Bonn.

1905–1921
Zeitweiliger Wohnsitz in München und Gründung des „Literarischen Salons“. Durch Rilke hat sie Kontakt zu vielen Künstlern und Schriftstellern, u.a. O.M. Graf, Georg Schrimpf, Alfred Schuler und dem Kreis um Stefan George, Heinrich Wölfflin, Karl Wolfskehl, Regina Ullmann. Sie ist oft zu Besuch im Salon von Elsa Bruckmann.

1910
Erstveröffentlichung des Gedichtbandes „Sonnenuhr“, Becksche Verlagsbuchhandlung. Erste Bekanntschaft mit Rilke bei einem Fest des Verlegers S. Fischer in Berlin.

1910–1913
Ehe mit dem Literaturwissenschaftler Prof. Roman Woerner. In Freiburg und München wohnhaft. Roman Woerner (1863–1945) war Literaturhistoriker, Schriftsteller und Übersetzer (Sophokles, Paul Claudel), Universitätsprofessor in München und Würzburg.

1913
Veröffentlichung des Romans „Emilie Reinbeck“, beim S. Fischer-Verlag. In den Jahren 1913 bis 1915 erwirbt Hertha Koenig insgesamt 3 Bilder von Picasso: „Le repas de l'aveugle“, 1903; „La mort d'Arlequin“, 1905; und „La famille des Saltimbanques“, 1905.

ab 1914
Krankenschwester im Diakonissenhaus in Freiburg.

Mai 1914
Besuch von Picasso in dessen Pariser Atelier.

1915
Erneute Begegnung mit Rilke und Beginn der Freundschaft.

14.06–11.10.1915
Rilke wohnt in ihrer Münchner Wohnung.

1916–1918
Künstler und Literaten aus Berlin zur Erholung während des Ersten Weltkrieges auf Böckel (u.a. Bruno Krauskopf).

1917
Veröffentlichung des Romans „Die kleine und die große Liebe“, im S. Fischer-Verlag und des Gedichtbandes „Sonette“, im Insel-Verlag.

25.07–04.10.1917
Rainer Maria Rilke ist Gast auf Gut Böckel.

1918
Finanzielle Unterstützung von Künstlern, u.a. Oskar Maria Graf und Alfred Schuler.

1918
Finanzielle Zuwendung für ein sozialistisches Siedlungsprojekt nach dem Vorbild Gustav Landauers in Oberbayern, durch Vermittlung von Oskar Maria Graf. Versorgung von Kriegsopfern auf Gut Böckel.

1919
Veröffentlichung des Gedichtbandes „Blumen“, Insel-Verlag.

1920
Kauf der Pschorr-Schwaige in Moosinning bei München. (1930 wieder verkauft). Veröffentlichung der Novelle „Die Letzten“, S. Fischer-Verlag.

1921
Kauf vom Einödhof Aich bei Prutting im Chiemgau. (1931 wieder verkauft).

1923
Rilke veröffentlicht die „Duineser Elegien“ und widmet die fünfte Elegie Hertha Koenig.
Unterstützung des Siedlungsprojektes „Heimstätte“ in Lehmbauweise von Gustav von Bodelschwingh in Bünde-Dünne.

1925
Veröffentlichung des Gedichtbandes „Die alte Stadt“ im Kammerer-Verlag.

1927
Tod des Vaters Carl Koenig. Seit Anfang der 1930er Jahre lebte Hertha Koenig fast ausschließlich auf Gut Böckel und kümmerte sich um die Bewirtschaftung des Gutes. Um 1930 hatten die Güter Böckel und Waghorst von Hertha Koenig zusammen über 500 ha. Sie war damit die größte Landbesitzerin im Landkreis Herford.

1931
Verkauf des Picasso-Gemäldes „La famille des Saltimbanques“ an einen Oldenburger Kunsthändler, der es an die Nationalgalerie in Washington verkauft.

1937
Tod der Mutter Julie Koenig.

1938–1945
Hertha Koenig musste in den Kriegsjahren um Gut Böckel kämpfen, denn es gab Pläne, das Gut zwangszuenteignen und es als „Entschädigung für Ausgesiedelte eines Flugplatzes und als national-politische Erziehungsanstalt“ zu nutzen. Im letzten Kriegsjahr wurden Angehörige der SS auf Gut Böckel einquartiert.

1946
Veröffentlichung des Gedichtbandes „Alles ist Anfang geworden“ (Gedichte 1938–1945), Holzwarth-Verlag.
Hertha Koenig hatte in ihrem Leben zwei schwere Depressionszustände in den Jahren 1946/47 und 1958/59. Sie wurde in einer Klinik in Bethel und in der Nervenheilanstalt von Prof. Mauz in Münster behandelt. Sie blieb dennoch ein sehr humorvoller Mensch und verreiste sehr gerne, so lange es ihr möglich war.

1946–1976
Bekannschaft und Briefwechsel u.a. mit Max Picard, Mechthilde Lichnowsky, Carl Jacob Burckhardt, Heinrich Wiegand Petzet, Regina Ullmann, Oskar Maria Graf, Dieter Bassermann, Augusta Hartmann, Max Simoneit, Theodor Heuss und Martin Heidegger

1950
Herausgeberin von „Zwei Spiele“ von Rainer Maria Rilke beim Holzwarth-Verlag. Mit Hilfe ihres Bruder Helge (Siegfried) Koenig hat Hertha Koenig die beiden noch in ihrem Besitz befindlichen Picasso-Bilder „Le repas de l'aveugle“ und „La mort d'Arlequin“ im November 1950 an Justin K. Thannhauser gegeben, der sie in ihrem Auftrag verkauft hat.

1951
Veröffentlichung des Bandes „An Jedermann“ (Privatdruck).

November 1952
Besuch des Bundespräsidenten Theodor Heuss auf Gut Böckel.

1957
Bereits 1957, aber besonders nach der zweiten Krankheitsphase 1958/59 hat Hertha Koenig intensiv geschrieben, z.B. die Romane „Der Fährenschreiber von Libau“; „Die lippische Rose“, oder den Erzählungsband „Drei Frauen“.

1963
Veröffentlichung der Erzählung „Rilkes Mutter", Neske-Verlag.

1964
Veröffentlichung des Romans „Der Fährenschreiber von Libau“, Neske-Verlag.

1976
Am 12. Oktober 1976 stirbt Hertha Koenig im Alter von 92 Jahren auf Gut Böckel. Ihre Kunstsammlung geht an die Kunsthalle Bielefeld, ihre Bibliothek an die Bielefelder Stadtbibliothek.

1986
Der Nachlass der Manuskripte und Briefe wird vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach übernommen.

1992
Hertha Koenigs Werke zu Lebzeiten und aus dem Nachlass erscheinen seit 1992 im Bielefelder Pendragon Verlag

1994
Gründung der Hertha Koenig-Gesellschaft auf Gut Böckel.