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Otto von Taube

Otto von TaubeOtto von Taube, Nachkomme eines alten baltischen Adelsgeschlechts, ist am 21. Juni 1879 in Reval/Estland geboren und am 30. Juni 1973 in Gauting bei München gestorben. Aufgewachsen ist Taube in dem Schloss des Großvaters in Estland. Die Erinnerungen an diese Zeit haben sich in seinen späteren Werken niedergeschlagen.
„Aus dem alten Estland“ (1944) und „Wanderjahre“ (1950) beschwören noch einmal das Bild dieser vergangenen Epoche.

Otto von Taube studierte Jura in Leipzig. Da er jedoch wenig Lust und Neigung verspürte, die Beamtenlaufbahn einzuschlagen, wechselte er zur Kunstgeschichte und begann ein Wanderleben. Seine Freunde wurden die Tippelbrüder und Handwerksburschen, denen er seinen Roman „Die Metzgerspost“ (1935) widmete. Ab 1910 arbeitete er als freier Schriftsteller. Taube war u.a. befreundet mit Hugo von Hofmannsthal und Rudolf Alexander Schröder. Die Nazis erteilten ihm ein Schreib- und Veröffentlichungsverbot, weil er bereits in seinem frühen Roman „Das Opferfest“ (1926) übertriebene Deutschtümelei verurteilt hatte.
Taube ist nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als differenzierter Übersetzer bekannt geworden: Er hat Autoren wie Blake, Stendhal und d'Annunzio vorbildlich ins Deutsche übertragen.
In seiner Autobiographie „Begegnungen und Bilder“ aus dem Jahr 1967 schildert er Begegnungen mit Hofmannsthal, Rilke, R.A. Schröder, aber auch mit solchen Menschen, die keinen Nachruf in der Geschichte fanden.
Nicht weniger als 1172 Einträge (Bücher, Beiträge in Zeitungen und Anthologien etc.) umfasst Otto von Taubes Bibliographie.


Briefe von Hertha Koenig an Otto von Taube

Die für Hertha Koenig so schicksalhafte Begegnung mit Otto von Taube fand im Sommer 1913 in München statt. Nach einem gemeinsamen, für Hertha Koenig bedeutsamen Abend in diesem Sommer 1913 sahen sich die beiden aber nur noch sporadisch. Im April 1918 schickte Otto von Taube an Hertha Koenig die Bekanntmachung seiner bevorstehenden Vermählung. Dies nahm Hertha Koenig zum Anlass, Otto von Taube einige emotional aufgewühlte Briefe zu schreiben. Am 16. Mai 1918 heißt es in einem Brief: „… Ihr Brief hat Klarheit gebracht. Ich möchte Sie das noch wissen lassen, dass nun auch für mich alles gut ist. Nunmehr fühle ich es nicht mehr nur als ein Schicksal, dem ich mich gläubig unterwerfe, sondern ich fühle aus dem Innersten meiner Natur heraus, daß es gut ist, wie es kam. So wie Sie von sich als einer Ausnahme des einen Abends schreiben, so liebte ja auch ich nur einen Traum, dem ich irgendwie ganz hilflos gegenüberstand, wodurch die Verwirrungen & das indiskrete Eindringen meiner Äußerungen Ihnen gegenüber entstanden. Sie konnten sich das ja gar nicht erklären; Sie hatten eine Frau sich gegenüber, die noch dazu in einer Weise reif & fertig wirkte, & vielleicht auch in einer Weise war; wie konnten Sie wissen, dass sie zum ersten Mal Mann & Liebe erfuhr…“ mehr